Kinder und ihre Borderline-Mütter

Genesung

Als Kind, Jugendliche/r und junge/r Erwachsene/r ist man in einem Abhängigkeits- und Hierarchieverhältnis zu den an Borderline erkrankten Müttern und/oder Vätern. Oftmals wissen die Kinder in dieser Lebensphase noch nicht, warum in ihrer Familie diese Bedingungen und Verhaltensweisen existier(t)en.

Jahrelang erlebte psychische, physische und/oder verbale Gewalt durch die engste Bindungsperson ist mit einem andauernden Trauma zu vergleichen, wie es zum Beispiel unter den Bedingungen der Gefangenschaft bzw. Geiselnahme existiert.
Psychische und/oder psychosomatische Beschwerden können bereits in der Kindheit/Jugend (als Depressionen, suizidale Gedanken, selbstverletzendes Verhalten, psychosomatische Beschwerden) oder erst viel später als Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung auftreten.

Es ist wichtig, zu erkennen, das eine Kindheit und Jugend mit einem an der Persönlichkeitstörung Borderline erkrankten Elternteil zu einer Traumatisierung geführt haben kann. (Bindungs-)Trauma sind nicht zu unterschätzen. Sie werden, wenn sie unbearbeitet sind, unbewusst an die nächste Generation weitergegeben (transgenerationale Weitergabe von Traumatisierungserfahrungen). 
 

Es ist gut, ein Netz aus verschiedenen Punkten für die eigene Genesung zu nutzen:
- Therapie
- Traumatherapie (in Trauma-Kliniken; durch EMDR; TherapeutInnensuche für EMDR)
- Besuch einer Selbsthilfegruppe
- Austausch mit anderen Betroffenen (persönlich, in Internetforen)
- bewusste Regulierung des Kontaktes zum BL-Eltern(teil); evtl. Kontaktabbruch

- Bewusstmachung und Nutzung der individuellen Bewältigungsstrategien, die auch das bisherige Überleben gesichert haben



© Jana Reich, www.borderline-muetter.de 2012-05-25, 12:50:57

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